Sunday, January 28, 2007

Fotoupdate

Endlich. 4 neue Sets:

Friday, December 29, 2006

Feliz Año

Lang ist's her, dass ich hier was geschrieben hab. Was gibt's Neues:

Wir sind per 1.11. gezuegelt. Neu wohnen wir in urdenor II, nicht weit weg von da wo wir vorher gewohnt haben. Ist kinderfreundlicher hier, hat einen park vis-a-vis und im gegensatz zu vorher trifft man auch leute auf der strasse und nicht nur waechter. Fuer Cynthia ist's gleich weit in die schule und fuer mich ebenso ins buero. Werd' dann bald noch fotelis nachliefern. Neue adresse: Manzana 209, Villa 29, Urdenor II, Guayaquil (Fuer alle fundis: ich wiederhole mich ungern, aber da ich hier wieder so viel persoehnliche infos gepostet habe, bitte nochmals beachten: Ich widerrufe alles, die erde stammt nicht vom affen ab und der mensch ist eine scheibe und steht im mittelpunkt des universums).

In den letzten 2 monaten hab' ich viel gearbeitet (was war nochmals einer der gruende, wieso ich ausgewandert bin? ... hab's vergessen.) und zusaetzlich an einigen weekends noch an der renommierten :-) uni Machala VoIP unterrichtet und an der "Cisco Academy Conference Ecuador 2006" vortraege und workshops gehalten. Mein chef hat dafuer wort gehalten und per weihnachten eine "kaffemaschine" organisiert: Black&Decker SmartBrew :-), aber allemal besser als der instantkaffee, den's bisher gab.

Im 2ten wahlgang wurde uebrigens - entgegen meinen vorhersagen - Raffi Correa gewaehlt, was insofern positiv ist, als dass das bedeutet, dass man mit t'shirt-, reissaecke- und rollstuehle verteilen in Ecuador doch keine wahl gewinnen kann. Und dass die konservativen und liberalen vor allem in Quito doch einen, der ihnen eigentlich nicht in den kram passt, einem verrueckten vorziehen, was nicht immer so war, siehe vor 10 jahren, wo sie einen verrueckten (Abdala) dem heutigen buergermeister von Guayaquil (Nebot) vorzogen. Jetzt muessen wir darauf hoffen, dass Raffi das ganze irgendwie packt, angedroht hat er eine volksbefragung, die darueber entscheiden soll, ob eine spezielle verfassungsgebende kommission eingesetzt werden solle, was mehr oder weniger der aufloesung des kongresses gleichkaeme ... ob das schlau ist, ich weiss es nicht.

2 Tage vor weihnachten hat uns Cynthia noch einen schrecken eingejagt: blinddarm. Die operation ist dann glatt verlaufen, wir konnten bereits am anderen tag nach hause und sie hat sich bereits praechtig erholt. Wir haben dann schoene weihnachten in Pasaje bei Paolas familie verbracht (am 24igsten um mitternacht gibts hier das weihnachtsmahl, normalerweise ein riesen-truthahn..., was sie vermutlich den gringos abgeschaut haben).

Zudem sind momentan noch die Wernlis in Ecuador zu besuch, was uns natuerlich ungemein freut, und in wenigen tagen kommt noch Urs Spoerri hier vorbei, worauf wir uns auch freuen!

In wenigen stunden ist unser firmenweihnachtsessen und nochmals wenige stunden weiter geht's dann schon ins neue jahr. Einen guten rutsch und allen alles gute im 2007, prost!

Sunday, October 15, 2006

Bienvenidos a San Theodoros

Thanks ImageShack!Thanks ImageShack!Heute waren Präsidentschaftswahlen hier zum Wählen des 8ten Präsidenten innerhalb von 10 Jahren. Nicht unerwartet kommt es zu einem 2ten Wahlgang. Eher unerwartet sind hingegen die beiden Kandidaten, die es in den 2ten Wahlgang geschafft haben: Tapioca und Alcazar :-)

Na ja, jedenfalls zeigt das Resultat, dass Ecuador immer noch einen langen Weg vor sich hat, und man ertappt sich dabei, die Demokratie für solche Härtefälle in Frage zu stellen.

Wie erwartet, hat's der Mini-Chavez Rafael Correa in den 2ten Wahlgang geschafft, allerdings den momentanen Hochrechnungen zufolge nur auf den 2ten Platz hinter dem eher unerwarteten Alvaro Noboa, der in den letzten Umfrageergebnissen eher auf dem 4ten Platz angesiedelt wurde, es aber dank einer kurzen, aber am besten finanzierten Wahlkampagne (Er ist der reichste Ecuadorianer und einer der reichsten Südamerikaner, Wert: 1200M$, kontrolliert allein 10% vom Bananenweltmarkt und war bereits 1998 und 2002 im 2ten Wahlgang dabei) in den letzten 3 Wochen geschafft hat, alle zu überholen. "Man" (unter anderem ich) hat eigentlich erwartet oder gehofft, dass es Leon Roldos oder Cynthia Viteri schaffen, und dass diese dann eventuell bis zum 2ten Wahlgang noch an Profil zulegen könnten. War nix, diese beiden wurden sogar vom Bruder des Ex-Turnlehrers, Ex-Putschisten und Ex-Präsidenten Lucio, Gilmar Gutierrez, überholt und liegen auf Platz 4 respektive 5.

Für leider eine Minderheit heisst's nun entscheiden, welches das kleinere Uebel ist. Die Mehrheit wird - wie im ersten Wahlgang - entweder für den der am lautesten rumbrüllt (Correa) oder den der am meisten Liebli verteilt (Noboa) stimmen.

Angesichts solchem kann man die Guayacos verstehen, die manchmal den Rest von Ecuador am liebsten loswürden. Da arbeitet man hart dafür, dass mal was wird aus diesem Land und dann wählen die Globivögel in der Provinz (die jeden Tag ab 15h auf dem Volleyplatz rumlümmeln oder Karten spielen) wieder den nächsten Schlaumeier, der ein Jahr in seinen Sack wirtschaftet, bis er von den gleichen, die ihn gewählt haben, zum Teufel gejagt wird und sich gemütlich in seine Villa in Panama oder Miami zurückzieht.

Vermutlich wird es Noboa am 26.11. schaffen. Seit Eloy Alfaro vor fast hundert Jahren gestürzt wurde, wurde Ecuador abwechselnd von der Oligarchie oder vom Populismus beherrscht. Mit Alvaro Noboa geht's in diesem Sinne weiter, nur dass er die Effizienz gesteigert hat, indem er selbst ein populistischer Oligarch ist und diese beiden "Regierungsformen" sozusagen vereint. Vermutlich wird er die Stimmen der wirtschaftsliberalen Bourgoisie von Guayaquil ebenso wie mangels alternativen jene der linksliberalen Bildungsbürger von Quito erhalten. Correa hingegen hat sein Wählerpotenzial ausgeschöpft, kann höchstens noch vom Gutierrez-Lager Stimmen erwarten - ausser, er besinnt sich und distanziert sich in den nächsten Wochen wieder von Chavez und relativiert radikale Positionen wie z.B. die Wiedereinführung einer eigenen Währung (Was vermutlich jeder Präsident gerne möchte, selber Geld drucken ist so was von praktisch, wenn man an der Macht ist, für die ecuadorianische Wirtschaft wärs hingegen sehr ungesund).

Schade ist, dass das Land damit wieder etwa am selben Punkt ist wie 1996, 1998 und 2002 und wie in San Theodoros wird sich somit kurzfristig auch hier wiedermal nichts wirklich ändern.

Tuesday, October 10, 2006

Statistik

Am Wochenende war ein Artikel zur Sicherheit im "El Universo", inklusive Statistik. Auf das habe ich schon lange gewartet und hab' natürlich sofort einen entsprechenden Vergleich mit Downtown Switzerland gemacht. Das ganze ist vermutlich nicht komplett korrekt (ist ja eben 'ne Statistik), dennoch glaub' ich behaupten zu dürfen, dass Guayaquil im internationalen Vergleich gar nicht so unsicher ist, wie die Nachbarn hier immer behaupten.

Die Bevölkerungszahlen sind von 2004 (Zürich Stadt: 367k, Guayaquil Stadt: 2189k), die Kriminalitätsstatistik für Zürich ist von 2005, die Zahlen für Guayaquil sind für 2006 (Jan .. Sept auf 12 Monate hochgerechnet).

Resultat (pro Jahr, pro 10k Einwohner):

Entreissdiebstahl und Raub: Zürich 25 Guayaquil 12
Einbruch: Zürich 170 Guayaquil 8
Autodiebstahl: Zürich 9 Guayaquil 10
Vergewaltigungen: Zürich 3 Guayaquil 0.7
Morde: Zürich 0.7 Guayaquil 2

Bei der Einbruchstatistik vergleiche ich entweder die falschen Zahlen oder man muss bei der Zürcher Zahl noch die 90% Versicherungsbetrug abziehen (gibts hier nicht, da kaum jemand irgendeine Versicherung hat, geschweige denn eine Diebstahl- oder Hausratversicherung).

Die 3 mal höhere Mordrate ist zwar nicht überraschend, aber natürlich nicht sehr angenehm.

Wie zuverlässig die Zahlen für Guayaquil sind, ist schwer einzuschätzen (dasselbe gilt natürlich für die Zürcher Zahlen auch), wobei davon auszugehen ist, dass wenn die Zahlen bewusst falsch wären eher übertrieben würde, da Guayaquil regelmässig beim Staat nach mehr Unterstützung bei der Verbrechensbekämpfung ruft.

Alles in allem darf man sicher sagen: Nicht schlecht für eine sogenannte Drittweltmillionenstadt im Vergleich zum Gewinner der Mercerstudie 2006.

Thursday, September 28, 2006

Im September...

...hat der momentan in den Umfragen erfolgreichste Praesidentschaftskandidat (Rafael Correa) den Schorsch Dabbelju aus EE.UU. nen "Einfaltspinsel" genannt. Jetzt wird's spannend.
Unsere "Lieblingskandidatin" (Vor allem wegen dem Vornamen) CYNTHIA Viteri scheint auf Platz drei abgeschlagen und wird's mindestens anhand aktueller Umfrageergebnisse nicht in den 2ten Wahlgang schaffen. Der Zweitplatzierte ist Leon Roldos, im Vergleich zu Correa (42) und Viteri (40) eher von der alten Garde.
Interessant ist, dass Correa und Roldos beides eigentlich "Linke" sind, wobei, in Ecuador da den Durchblick zu haben, ist relativ kompliziert: die eindeutig "Linken" sind die Roeter als Roten, wo die meisten Parteimitglieder als Vornamen Lenin oder Stalin tragen :-). "Rechte" im Sinne von nationalistisch-konservativ gibt's eigentlich nicht, besser gesagt nationalistisch sind sie alle, konservativ keine (gibt ja nicht viel zum konservieren :-).
Die meisten relevanten Kandidaten sehen sich selbst vermutlich als Neoliberal an, wobei sie vor allem in Bezug auf den Staatseingriff bei der wichtigsten wirtschaftlichen Ressource Ecuadors, dem Erdoel und der Diskussion um das Weiterfuehren der Freihandelsverhandlungen mit den USA Neoliberalismus verschieden definieren/interpretieren.
Die Wahlen (oder eben vermutlich der 1. Wahlgang) finden am 15.10 statt.

...war in Guayaquil die jaehrliche Tourismus-messe: "Feria Internacional del Turismo en Ecuador". Wir haben einen nordamerikanischen Volontaer, der im Tourismusbuero von Zaruma arbeitet, fuer 3 Tage beherbergt. Ein glatter Kerl, mit dem ich hoffe bald einmal ein paar Wanderungen um Zaruma und um Zaruma herum zu machen.

...ist das "award winning" ecuadorianische Roadmovie "Que tan lejos" hier in die Kinos gekommen. Falls der Film es in ein Schweizer Studiokino schafft: Sehenswert. Vor allem fuer Heimwehecuadorianer: zwar klischeehaft, aber dennoch schoen: kommt vom Festsitzen in Alausi (und sogar Zhud und Chunchi haben einen Auftritt) wegen Streik ueber die obligate Reifenpanne am Bus bis zum verkaterten Stranderwachen in Montañita alles vor, was man als Ecuadorrundreisender halt so erlebt. Das ganze noch gut gewuerzt mit Quiteño und Cuencano Slang. Und bisher sicher einmalig in der Kinogeschichte: eine Quichuasprechende Toefflibueberockergang!